IMAGE 1: Bildwissenschaft als interdisziplinäres Unternehmen - Eine Standortbestimmung
Erscheinungsdatum:
15.01.2005
Inhalte:
Die elektronische Zeitschrift IMAGE. Journal of Interdisciplinary Image Science ist als internationale begutachtete Zeitschrift konzipiert, die ab Januar 2005 mehrsprachig erscheint und sich als Publikationsorgan der interdisziplinären Bildforschung versteht. Das vertretene disziplinäre Spektrum umfasst alle Bereiche, in denen wissenschaftlich zu Fragen bildhafter Darstellungsformen gearbeitet wird. Dies schließt auch den Diskurs zwischen reflexiven und anwendungsorientierten Disziplinen ein.
IMAGE wird in vorerst unregelmäßiger Folge Arbeiten zur interdisziplinären Bildwissenschaft veröffentlichen. Es wird immer ein laufendes Heft geben, in dem begutachtete Artikel Problemen der interdisziplinärer Bildforschung erscheinen. Ergänzend werden von Zeit zu Zeit diverse Themenhefte erscheinen. Gegenwärtig wird ein Heft zum Thema „Die schräge Kamera. Ungewöhnliche Kamerapersektiven in Film und Fernsehn” zur Verfügung gestellt.
Die Redaktion der elektronischen Zeitschrift IMAGE obliegt einem Herausgebergremium in Verbindung mit dem Herbert von Halem Verlag. Über laufende Hefte wie Themenhefte informiert ein Newsletter, den Sie abonnieren können. Alle Texte sind als Diskussionsbeiträge gedacht. Sie können von den Lesern über eine entsprechende Funktion kommentiert werden. Während dieser Zeit haben auch die Autoren die Gelegenheit, ihre Beiträge zu überarbeiten. Nach Abschluss der Diskussion und Überarbeitung werden die Hefte vom Herbert von Halem Verlag als pdf-Dateien archiviert. In dieser Form bleiben sie dann verfügbar.
Über eine Einsendung von geeigneten Beiträgen wären die Herausgeber von IMAGE dankbar.
An der Bildwissenschaft sind viele Disziplinen beteiligt: Mathematik, Logik und Computer Science, Physik, Physiologie und Psychologie, Druck- Film- und Videotechnik, Philosophie, allgemeine Geschichte, Naturwissenschafts- und Technikgeschichte, Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie. Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig, und um die Reihenfolge sollte man nicht streiten. Wichtig ist, dass etwas Neues entstehen kann, indem sie alle zusammenwirken.
Liefert eine historische Skizze der kunst- und bildwissenschaftlichen Bemühungen seit dem 18. Jahrhundert. Thematisch wichtig sind dabei gattungstheoretische Aspekte, d.h. die spannungsreiche Geschichte der unterschidlichen Kunst- und Bildformen sowie die Strategien ihrer jeweiligen Auf- bzw. Abwertung. Der Artikel zeigt, wie diese zur Etablierung des Systems der bildenden Künste und zur hegemonialen Stellung des Tafelbildes führen.
Regarding the much cited abundance of pictures, efforts to theoretically fathom the possibilities and limits for the employment of pictures have dramatically increased over the past few decades. Provided that there is a possibility of assessing an image science positively, only one assumption appears to be indisputable, namely that a general image science – if it is going to be established – has to be drawn up in an interdisciplinary fashion in order to guarantee an appropriate comprehension of the various phenomena.
Der Beitrag nimmt die Interdisziplinarität der Bildwissenschaft als Ausgangspunkt und unternimmt den Versuch, mit Rückgriff auf das Mandala als orientierende Darstellungsform die jeweilige Zusammengehörigkeit der unterschiedlichen Disziplinen zu bestimmten. Hierbei erhält die Kunstgeschichte den zentralen Platz innerhalb der bildwissenschaftlichen Disziplinen, umgeben von der Philosophie und der Computervisualistik.
Bilderflut, neue Verfahren der Bildherstellung und des maschinellen Sehens, Kritik an der hergebrachten Abbild- und Repräsentationstheorie sind verschiedene Aspekte einer Krise, die das Bild und die Wahrnehmung erfasst hat. Zu den Symptomen dieser Krise gehören auch die aktuellen Anstrengungen, eine Bildwissenschaft zu etablieren, die, über die Disziplinengrenzen hinaus, eine allgemeine, auf einigen zentralen Axiomen beruhende Theorie des Bildes geben kann.
Die Bildwissenschaft ist ein Projekt von Wissenschaftlern aus so unterschiedlichen Bereichen wie der Informatik, der Semiotik, der Psychologie, der Anthropologie, der Kommunikationswissenschaft, der Ethnologie, der Kunstwissenschaft und der Hermeneutischen Philosophie. Die dadurch erreichte Vielfalt der Perspektiven wirft die Frage auf, wie diese Perspektiven in der Bildwissenschaft integriert sind. Wie finden wir uns in dieser Vielfalt der Zugangsweisen zurecht? In welchem Verhältnis stehen die verschiedenen Ansätze zueinander? Was für Kategorien benötigt die Bildwissenschaft? Welche Methoden werden von den unterschiedlichen Bildwissenschaften geteilt, welche sind spezifisch? Wo liegen die Grenzen der jeweiligen Zugangsweise?
Von einem kommunikationswissenschaftlich und soziologisch ausgerichteten sowie semiotisch fundierten Standpunkt ausgehend formuliert Schelske für den Bereich multimedialer Bildkommunikation zehn Leitideen, mit denen sich die Grundzüge der weiteren Entwicklung skizzieren lassen. Insofern liefert dieser Beitrag nicht so sehr eine Reflexion auf konzeptionelle Probleme der Bildwissenschaft, sondern zeichnet wichtigen Aspekt ihres Gegenstandsbereichs differenziert nach, um den sich eine zukünftige interdisziplinäre Bildwissenschaft bevorzugt kümmern wird.
Inhalt
1. Wissenschaft als Abbildung
2. Zur Geschichte der Abbildung
3. Der wissenschaftliche Filter
4. Das Bild der Abbildung
5. Das Subjekt der Objektivität
6. Wissenschaften
7. Das Selbstporträt
8. Kreativität gründet außerhalb der Wissenschaft